Stored Cross-Site Scripting in Pi-hole AdminLTE Web Interface
Eine Stored-XSS-Schwachstelle in der Block-/Allowlist-Verwaltung des Pi-hole AdminLTE Web Interface erlaubt es einem bereits authentifizierten Angreifer, über eine manipulierte Wildcard-Domain schadhaften JavaScript-Code im Admin-Kontext auszuführen.
Betroffene Software
- Produkt
- Pi-hole AdminLTE Web Interface
- Betroffene Versionen
- < 5.5.1
- Hersteller
- Pi-hole LLC
- CVSS-Vektor
- CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:H/UI:R/S:U/C:L/I:L/A:H
Technische Analyse
Pi-hole ist ein netzwerkweiter DNS-Sinkhole, der Werbung und Tracking bereits auf DNS-Ebene blockiert und über das AdminLTE-Webinterface verwaltet wird. Die von AWARE7-Researcher Moritz Gruber entdeckte Schwachstelle CVE-2021-32793 betrifft die Verwaltung von Block- und Allowlists in Versionen vor 5.5.1.
Nutzereingaben, die als Wildcard-Domain zu einer Block- oder Allowlist hinzugefügt werden, werden ohne ausreichende Filterung (CWE-79) im Admin-Interface gerendert. Ein Angreifer mit den laut CVSS-Vektor notwendigen erhöhten Rechten (PR:H) kann so eine präparierte Domain-Angabe einschleusen, die beim Anzeigen der Liste durch einen anderen Administrator im Browser-Kontext ausgeführt wird - klassisches Stored XSS.
Der offizielle CVSS-Vektor (S:U/C:L/I:L/A:H) weist eine hohe Auswirkung auf die Verfügbarkeit aus: Da Pi-hole als zentraler DNS-Resolver für ein gesamtes Netzwerk fungiert, kann eine über die gekaperte Admin-Session vorgenommene Manipulation der DNS-Konfiguration - etwa das Blockieren legitimer Domains oder gezieltes DNS-Hijacking - den Netzwerkbetrieb empfindlich stören.
Besonders relevant: Pi-hole wird häufig in Heim- und kleinen Unternehmensnetzwerken als zentraler, oft wenig überwachter Infrastrukturbaustein betrieben. Ein kompromittiertes Admin-Interface bedeutet potenziell Kontrolle über die Namensauflösung des gesamten Netzwerks - und damit die Möglichkeit, weiteren Traffic gezielt umzuleiten oder zu manipulieren.
Der Hersteller hat die Schwachstelle mit Version 5.5.1 behoben, veröffentlicht am selben Tag wie das Advisory - ein Beleg für koordinierte Offenlegung nach dem Responsible-Disclosure-Prinzip, bei der Nutzer erst nach Verfügbarkeit des Patches über die Lücke informiert wurden.
Empfohlene Maßnahmen
- Sofort: Update auf Version 5.5.1 durchführen
- Kurzfristig: Zugriff auf das Pi-hole Web Interface auf lokale, vertrauenswürdige Netzwerke beschränken
- Langfristig: Regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen der Netzwerk-Infrastruktur durchführen
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Responsible Disclosure Timeline
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Patch veröffentlicht (Version 5.5.1) und Advisory zeitgleich publiziert
Empfohlene Gegenmaßnahmen
Update auf Pi-hole AdminLTE Version 5.5.1 oder höher. Zugriff auf das Web Interface zusätzlich auf vertrauenswürdige Administrator-Accounts beschränken.
AWARE7 Leistung zum Thema
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